Trauer um Geistl. Rat Pfarrer i.R. Günter Alexander Seite

27.09.2019 – Pfarrer Seite zeichnete sich durch seine menschliche und humorvolle Art aus. Dadurch erwarb er sich bei sehr vielen Menschen große Wertschätzung. Die Gemeinden des Pastoralverbunds Iserlohn danken ihm für seinen jahrelangen priesterlichen Dienst.

Am vergangenen Donnerstag, dem 26. September 2019, ist Pfarrer Günter Seite im gesegneten Alter von 95 Jahren verstorben.

Günter Alexander Seite wurde am 25. Januar 1924 in Iserlohn geboren. Nach dem Besuch der Volksschule absolvierte er von 1938-41 eine kaufmännische Lehre.

Prägend für sein ganzes Leben war und blieb das traurigste und beschämendste Kapitel der deutschen Geschichte. Durch die Nürnberger Rassegesetze vom 15. Sept. 1935 wurde auch Günter Seite als sog. „Halbjude“ weitgehend entrechtet und diskriminiert. Angehörige seiner Familie wurden in den Konzentrationslagern Theresienstadt und Auschwitz ermordet.

In seinem Tagebuch stellte Günter Seite dankbar fest, dass er durch eine glückliche Fügung nach den Wirren des zweiten Weltkriegs und der Verfolgung seine allerengste Familie in Iserlohn wieder antreffen konnte. Er notierte: „Das Wiedersehen mit meinen Angehörigen wird mir unvergesslich bleiben. Wir waren wieder freie Menschen.“

Diese wiedergewonnene Freiheit nutzte Günter Seite: 1950 bestand er am Märkischen Gymnasium das Abitur. Er entschied sich, Priester zu werden, studierte Theologie und Philosophie. Der Priesterweihe am 26. Mai 1955 folgten Vikarsjahre in Ense-Bremen (St. Lambertus), Menden (St. Vincenz), Arnsberg (Liebfrauen). Von 1969 bis 1993 war Günter Seite Pfarrer in Hemer-Sundwig (St. Bonifatius).

Mit Beginn des Ruhestandes zog Pfarrer Seite in seine Heimatstadt zurück. Von 1993-2002 war er Subsidiar in der Iserlohner Heide (St. Josef). Auch in den anderen Gemeinden des Pastoralverbunds half er immer wieder gerne aus. 1996 ernannte ihn der Erzbischof zum Geistlichen Rat.

Im Mai 2015 wurde Pfarrer Seite die Gnade zuteil, das Diamantene Priesterjubiläum feiern zu dürfen.

Pfarrer Seite zeichnete sich durch seine menschliche und humorvolle Art aus. Dadurch erwarb er sich bei sehr vielen Menschen große Wertschätzung. Die Gemeinden des Pastoralverbunds Iserlohn danken ihm für seinen jahrelangen priesterlichen Dienst.

Möge die Hoffnung auf die Auferstehung in Jesus Christus, die das Priesterleben Günter Seites geprägt hat, für ihn nun in Erfüllung gehen, und möge er all jene wiedersehen, die vor ihm zum Herrn gelangt sind.

R.i.P.
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Wir beten für unseren verstorbenen Pfarrer am Donnerstag, dem 3. Oktober, um 18.00 Uhr in der Filialkirche St. Hedwig (Hedwigsplatz 3, 58638 Iserlohn-Nußberg) in Verbindung mit der Abendmesse.

Das Requiem ist am Samstag, dem 5. Oktober, um 10.30 Uhr in der Pfarrkirche St. Aloysius (Hohler Weg 44, 58636 Iserlohn). Anschließend besteht die Möglichkeit zur Begegnung im Forum St. Pankratius, Hohler Weg 48 (nicht – wie ursprünglich angekündigt – im Gemeindezentrum St. Josef).
Die Beisetzung der Urne erfolgt zu einem späteren Zeitpunkt im engsten Familienkreis.